Wir haben alle die Apelle der Gemeinde gelesen, die uns zum Wassersparen aufgerufen haben.
Notwendig? Ja! Aber warum?
Die aktuelle Dürre alleine ist es nicht, die für die Brunner Wasserknappheit verantwortlich ist. Es entspinnt sich hier ein Stück in drei Akten, aus Versäumnissen und Fehlern der Vergangenheit, Fehlender Ernsthaftigkeit in der Gegenwart und einer sich ankündigenden Krise in der Zukunft. Nebenbei bemerkt, das Wasser wird auch nächstes Jahr wieder empfindlich teurer. Um Maßnahmen für die Wassersicherheit zu setzen leider nicht.
Es wird schon wieder teurer!
Beginnen wir beim aktuellen Sündenfall, den Kosten des Wassers in Brunn. Auch heuer steht den Brunnerinnen und Brunnern eine empflindliche Erhöhung der Wasserkosten ins Haus. Um Rund 35 % erhöhen SPÖ und Grüne den Preis pro m³ (1.000 Liter) Wasser auf inzwischen 3,10 EUR. Das entspricht etwa 120 EUR pro Jahr für einen 3 Personen Haushalt. Aber es ist nicht nur diese letzte Erhöhung, die ins Auge sticht. Seit 2020 steigen somit die Preise von 15,36 EUR auf 30,00 EUR für die Bereitstellungsgebühr (+ 95,3 %) und von 1,69 EUR auf 3,10 EUR für den Kubikmeter Wasser (+83,4 %). Der Verbraucherpreisindex (VPI 2020) lag bis Juni 2026, zum Vergleich bei 32,2 %.
Auch im Vergleich zu den Umlandgemeinden, nimmt Brunn eine Spitzenposition ein. Mit den 3,10 EUR/m³ liegt Brunn deutlich vor der zweit teuersten Gemeinde (Maria Enzersdorf) mit 2,65 EUR/m³. Wobei Maria Enzersdorf höhere Anschlussgebühren verlangt. Alle anderen Gemeinden verlangen sowohl deutlich weniger für die Bereitstellungsgebühr als auch für den m³ Wasser.
Dabei ist die Gebührenkalkulation der SPÖ vollkommen intransparent und im Vergleich zu anderen Gemeinden im Bezirk nicht nachvollziehbar. Die Behauptung, dass die Erhöhung notwendig ist um kostendeckend zu bleiben, kann aufgrund der fehlenden Investitionstätigkeit und der intransparenten Kostenstruktur absolut nicht nachvollzogen werden.
Fehlende Investitionen, versickertes Geld.
Über die letzten Jahrzehnte hat sich ein veritabler Investitionsstau gebildet. Laut Auskunft des Wasserwerks müssten pro Jahr rund 1200 Laufmeter an Wasserrohren im Netz erneuert werden, tatsächlich werden aber nur wenige Hundert Meter pro Jahr geschafft. Schuld dafür ist vor allem die viel zu niedrige Budgetausstattung trotz Rekordgebühren. Aber wo ist das Geld? Der Rechnungshof hat bereits 2022 darauf hingewiesen, dass die Marktgemeinde zwischen 2016 und 2019 rund 2,16 Mio. EUR an Überschüssen erzielt hat (siehe: Rechnungshof Reihe NIEDERÖSTERREICH, 2022/3, Seite 53 Wasserversorgung), diese aber nicht im inneren Zusammenhang mit der Wasserversorgung verwendet oder Rücklagen angelegt hat.
Wofür diese verwendet wurden und warum diese nicht wieder zurückgeführt werden, kann weder die Finanzreferentin der SPÖ noch der Bürgermeister erklären. Es fehlen somit über 2 Mio. EUR, für dringend notwendige Investitionen. Und das bei Wassergebühren, die seit 2020 um fast das Dreifache der Inflation gestiegen sind. Das ist inzwischen eine Mehrbelastung für jeden Brunner Haushalt von knapp 300 EUR pro Jahr.
ZWEI Millionen Euro, die aktuell dringend für die Errichtung eines neuen Hochbehälters notwendig wären, um für Krisensituationen mehr Wasser speichern zu können. ZWEI Millionen mit denen verhindert werden könnte, dass Wasser sinnlos im Boden versickert.
Die ÖVP Brunn fordert seit Jahren in den Budgetverhandlungen, dass Geld für die Errichtung eines neuen Hochbehälters zur Verfügung gestellt wird. Ein ums andere Jahr, wird dieses Projekt wegen angeblicher Budgetengpässe verschoben. Für Feste und Prestigeprojekte der SPÖ ist immer wieder genug Geld da, für so etwas Grundlegendes wie die Wasserversorgung der Bevölkerung, ist nicht mal das Geld da, das die Brunnerinnen und Brunner dafür an Gebühren bereits bezahlt haben.
Der Ursprung des Wasser(problems)?
Entgegen dem Namen unserer Heimatgemeinde, verfügt Brunn defacto über kaum relevante eigene Brunnen, aus denen sich die Gemeinde mit Wasser versorgen kann. Brunn ist auch nicht Mitglied in einem Wasserversorgungsverband. Es kauft die rund 1 Mio. Kubikmeter Wasser von anderen Wasserversorgern zu.
Das waren 2025 der Triestingtaler Wasserleitungsverband mit rund 59 % des Wassers, EVN-Wasser (Maria Enzersdorf) 27,5 % und die Stadt Wien sprich die Hochquellwasserleitung mit rund 13,5 %. Das Problem hierbei ist, alle diese Wasserlieferanten versorgen im Falle von Wasserknappheit zuerst sich selbst und dann weitere Kunden wie z.B. die Marktgemeinde Brunn am Gebirge. Das Wiener Wasser wurde Brunn bereits im Juli abgedreht, damit fehlen auf einen Schlag mehr als 10 % des Wassers. Insgesamt verbraucht Brunn aktuell rund 1 Mio. Kubikmeter Wasser pro Jahr, Schätzungen gehen davon aus, dass wir mit maximal 1,3 Mio. Kubikmeter Wasser aus den aktuellen Versorgungsverträgen rechnen können (wenn überhaupt, da wir nachrangiger Bezieher sind).
Dazu kommt, dass Brunn einen Wasserschwund von rund 8 % pro Jahr hat, aber aufgrund fehlender Wasserzähler für öffentliche Verbraucher wie den Wirtschaftshof gar nicht weiß ob das Wasser im Leitungsnetz versickert oder zum Bewässern der Grünanlagen verwendet wurde. Dass Brunn beim Thema Innovation sich auch immer ganz hinten in der Reihe anstellt, verschärft die Situation weiter, da Brunn bis heute keine Wasserzähler hat, die aus der Entfernung abgemessen werden können und auch keine modernen Sensoren im Wassernetz verbaut hat. So werden Wasserrohrbrüche im Leitungsnetz und bei Kunden oft erst viel zu spät bemerkt.
Darfs noch eine Glasfabrik oben drauf sein? Die Krise ist vorprogrammiert!
Als wären massiv steigende Wasserpreise und unsichere Versorgung nicht Grund genug die Entwicklungen sehr kritisch zu hinterfragen. Die katastrophale Planung zur Ortsentwicklung und Wasserversorgung der SPÖ Brunn und Bürgermeister Linhart, setzen sich natürlich auch in die Zukunft fort. Die Brunner Volkspartei hat Jahre lang davor gewarnt, den Bauträgern auf den Flächen der Glasfabrik freie Hand zu lassen. Trotz Volksbefragung hat die SPÖ mit einem minimal reduzierten Konzept weitergemacht, obwohl von Anfang an davor gewarnt wurde, dass die Wasserversorgungskapazität für die zusätzlichen 2.000 bis 3.000 Einwohner nicht gegeben sein könnte. Um das Projekt durchzuboxen, hat man die Aufschließungsbedingungen für die Gründe umgangen und einfach umgewidmet. Dazu wurde nicht einmal ein an sich dringend notwendiges Gutachten zur Wasserversorgung durchgeführt. Woher das Wasser für die Glasfabrik kommen soll, kann niemand genau beantworten.
Jetzt zeigt sich aber, nicht nur ist die Leitungskapazität für die Glasfabrik fraglich, es ist auch jetzt schon die Versorgung mit Wasser in Frage gestellt. Weitere 700 Wohnungen bedeuten mindestens nochmal 130.000 bis 170.000 m³ mehr Wasser pro Jahr. Wasser, das auch jetzt schon unsicher ist für die bestehende Bevölkerung. In manchen Teilen Brunns reicht der Wasserdruck kaum noch zum Duschen. Es ist Zeit, dass das Dahinwurschteln der Rathauskoalition ein Ende hat und jene zur Rechenschaft gezogen werden, die seit Jahren für die Unterfinanzierung der Wasserversorgung verantwortlich sind.
Die Brunner Volkspartei fordert daher:
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Eine sofortige Rückführung der fehlenden 2 Mio. EUR Rücklagen in die Wasserversorgung
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Einen sofortigen Start der Arbeiten für den dritten Hochbehälter sowie die Bereitstellung der dafür notwendigen Mittel
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Einen sofortigen Start der Modernisierung der Wasserzähler und der Leitungssensoren, sowie die Installation von Wasserzählern an Entnahmestellen für den Wirtschaftshof
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Eine Rücknahme der Gebührenerhöhung und eine Neuberechnung der Gebühren unter Einbeziehung der fehlenden Rücklagen. Sowie die Transparentmachung der Personal- und Sachaufwände, die für die Gebührenberechnung herangezogen wurden.
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Einen Stopp aller Bautätigkeiten auf den Glasfabrikgründen und die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen, der die Auswirkungen der Neubauten auf die Brunner Wasserversorgung überprüft.
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Die Prüfung aller Optionen um in Zukunft vorrangig Wasser beziehen zu können, anstatt nachrangiger Kunde zu sein. Oberstes Ziel muss die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung der Bevölkerung auch in Krise- und Dürrezeiten sein (etwa den Beitritt zum Wasserleitungsverband Triestingtal).